Tipps! Onlinekauf? Aber sicher!
Die sechs wichtigsten Faustregeln für Bestellungen im Internet


Viele Verbraucher gehen an einen Internetkauf relativ unbedarft heran und lassen sich von besonders günstigen Angeboten locken. Zwar verlaufen die allermeisten Onlinegeschäfte ohne größere Schwierigkeiten. Uns erreichen aber dennoch immer wieder Beschwerden von Verbrauchern, die lange auf ihre Bestellung warten müssen, mit der Leistung unzufrieden sind oder schlimmstenfalls an einen Betrüger geraten sind.

Als Verbraucher sollten Sie deshalb jede Möglichkeit nutzen, beim Einkauf im Internet auf Nummer sicher zu gehen. Diese Checkliste soll Ihnen helfen, eventuelle Fallen zu umgehen.

1. Überprüfen Sie den Anbieter!

Ist er leicht zu erreichen (eMail, Telefon, vollständige Adresse angegeben)? Kommt er seinen Informationspflichten über Preise, Gewährleistungsmodalitäten etc. nach? Weist er auf Widerrufsrechte hin? Wird auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen deutlich hingewiesen? Sie sollten diese vor dem Kauf durchlesen, damit Sie über Kündigungsfristen oder Kaufbedingungen informiert sind.

Lesen Sie die Bewertungen des Verkäufers, wenn Sie an einer Onlineauktion teilnehmen: Wurde der Verkäufer in letzter Zeit oft negativ bewertet oder ist dies sein erster Verkauf überhaupt, sollten Sie überlegen, ob Sie größere Beträge ohne eine Absicherung überweisen wollen. Hat der Verkäufer eine eigene „Mich“-Seite oder einen Onlineshop, sollten Sie sich auch diese anschauen.

2. Achten Sie auf Gütesiegel!

In Deutschland gibt es verschiedene Anbieter von Gütesiegeln, die Internetshops auszeichnen. Da für den Verbraucher die Verlässlichkeit der Prüfinstitute jedoch nicht zu erkennen ist, hat die Initiative D21 der deutschen Wirtschaft (www.initiatived21.de) eine Anzahl von Qualitätskriterien für Online-Angebote entwickelt. Gütesiegelanbieter, die verbindlich erklärt haben, dass sie diese Kriterien einhalten werden, wurden von der Initiative D 21 in eine Empfehlungsliste aufgenommen. Es handelt sich derzeit um die folgenden Gütesiegel:

Trusted shops - Im Internet unter www.trustedshops.de
TÜV safer shopping - Einzelheiten unter www.safer-shopping.de
ips internet privacy standards – Näheres bei www.datenschutz-nord.de
EHI geprüfter Online Shop – gemeinsames Siegel von Eurolabel und dem Bundesverband des deutschen Versandhandels e.V., Informationen unter www.shopinfo.net

Wenn sich ein Anbieter um ein Gütesiegel für sein Internet-Angebot bewirbt, so wird sein Unternehmen zunächst genau überprüft. Dabei reicht der Prüfkatalog von der korrekten Anwendung der gesetzlichen Vorschriften und den Regelungen des Datenschutzes über die organisatorische und finanzielle Sicherheit des Unternehmens bis hin zur Benutzerfreundlichkeit des Angebots.

Als Verbraucher können Sie sich also in der Regel darauf verlassen, dass ein Unternehmen, welches ein solches Gütesiegel trägt, einer genauen Prüfung unterzogen wurde. Über den Umfang der Prüfung und die sonstigen Leistungen des Gütesiegelanbieters können Sie sich auf der jeweiligen Internetseite informieren. Zudem können Sie im eventuellen Streitfall den Gütesiegelanbieter auch unmittelbar von dem Problem in Kenntnis setzen.

3. Sichern Sie Ihre Zahlung ab!

Nutzen Sie Treuhänder und Zahlungssysteme, die einen Käuferschutz vorsehen: Bei seriösen Treuhändern kann ein Käufer sicher sein, dass der Kaufpreis erst an den Händler ausgezahlt wird, wenn der Käufer den Eingang der Ware meldet. Diese Art von Käuferschutz ist im Internet nicht selbstverständlich. Zunehmend erhalten wir aber auch Beschwerden über Verkäufer die mit einem angeblichen Treuhänder mit unlauteren Absichten zusammenarbeiten. Seien Sie also zurückhaltend, wenn der Verkäufer auf der Nutzung eines bestimmten Treuhänders besteht.

Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung von Online-Zahlungssystemen wie z.B. PayPal, die dem Käufer andere Sicherheitsleistungen bietet. Detailliertere Informationen hierzu sowie zu weiteren Zahlungsweisen entnehmen Sie bitte unserer Broschüre Sicher Surfen.

Bargeldtransferservices wie z.B. Western Union sollten Sie nur für die Zahlung an Ihnen bekannte und vertrauenswürdige Personen nutzen. Diese Dienste haben keine Treuhänder-Funktionen.

4. Sammeln Sie Belege!

Bedenken Sie, dass Sie nur beweisen können, was Ihnen in schriftlicher Form vorliegt. Dies gilt auch für zusätzliche telefonische Absprachen. Deshalb sollten Sie Ihre Bestellung und die gesamte Korrespondenz mit dem Verkäufer ausdrucken und aufheben. Auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sollten Sie zum Zeitpunkt Ihrer Bestellung einmal ausdrucken, für den Fall, dass der Verkäufer nachträgliche Änderungen vornimmt.

5. Denken Sie an Ihre Rechte!

Informieren Sie sich über Ihre Rechte, insbesondere zum Widerruf, zur Gewährleistung und wenn der Verkäufer nicht leistet.

Bereits bei der Bestellung sollten Sie z.B. wissen, ob Ihnen für den Kaufvertrag ein Widerrufsrecht zusteht. Dies ist nicht immer der Fall. Kein Widerrufsrecht besteht z.B. bei Reisebuchungen, online getätigten Bestellungen von Tickets oder bei Lebensmitteln und Getränken. Kaufen Sie bei einem ausländischen Anbieter, so kann die Widerrufsfrist auch kürzer sein als in Deutschland (z.B. 7 Tage anstatt 14 in Deutschland). Zu prüfen ist aber, ob Ihnen nicht dennoch Schutz nach deutschem Recht zusteht. Dies ist eine Frage des Internationalen Privatrechts. Bei Zweifelfragen können Sie sich gerne - wie natürlich auch sonst - persönlich an uns wenden.

Kommt die Ware fehlerhaft an, sollten Sie sich als Käufer unbedingt an den Verkäufer wenden und je nach Wahl von ihm entweder eine Reparatur oder eine Neulieferung verlangen. Für diese sogenannte „Nacherfüllung“ sollten Sie dem Verkäufer eine Frist setzen. Nach deren Ablauf können Sie vom Vertrag zurücktreten und eventuell Schadensersatz fordern.
Wichtig: Innerhalb der ersten 6 Monate gilt bei beweglichen Sachen die sogenannte Beweislastumkehr. Dies bedeutet, dass beim Auftreten eines Mangels innerhalb der ersten 6 Monate gesetzlich vermutet wird, dass der Mangel bereits anfänglich vorhanden war.

Bleibt die Lieferung aus, sollten Sie als Käufer dem Verkäufer eine Frist zur Lieferung setzen. Nach Fristablauf können Sie vom Vertrag zurücktreten und Schadensersatz wegen Nichterfüllung fordern. Sie können den Vertrag aber auch einfach widerrufen.

6. Geben Sie nicht vorzeitig auf!

Für Verbraucher, die sich mit einem Internetverkäufer in einem Streitfall nicht einigen können, stehen neben einem Gang zum Gericht verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, Rat und Unterstützung zu erhalten:

Beratung und Unterstützung in nationalen Streitfällen bieten gegen eine geringe Bearbeitungsgebühr die Verbraucherzentralen in Deutschland. Link: www.vzbv.de

Für Streitigkeiten, die sich aus dem Kauf einer Ware durch einen deutschen Verbraucher bei einem deutschen Onlineshop ergeben, bietet die Verbraucherinitiative e.V. kostenlos das Online-Schlichtungsverfahren Ombudsmann an. Link: www.ombudsmann.de

Geht es um einen Kauf bei eBay, sollten Sie die Mechanismen von eBay zur Streitbeilegung und zum Käuferschutz auf jeden Fall zusätzlich nutzen. Link: http://pages.ebay.de/sicherheitsportal/

Haben Sie eine Streitigkeit mit einem Anbieter aus dem europäischen Ausland, so können Sie sich an das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland-Kehl wenden. Link: www.euroinfo-kehl.eu

Brauchen Sie lediglich Rat in Bezug auf die Ihnen zustehenden Rechte und möchten Sie mit dieser Information selbst Kontakt zu dem Unternehmen aufnehmen, stehen wir, die eCommerce-Verbindungsstelle Deutschland, Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

© Euro-Info-Verbraucher e.V., Kehl, www.euroinfo-kehl.com Rehfusplatz 11, 77694 Kehl
Für die Richtigkeit der in diesem Merkblatt enthaltenen Angaben können wir trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen. Stand dieser Informationen: erstellt Juli 2006, überarbeitet Oktober 2007