Ist Streaming illegal?

Stand der Informationen : Januar 2018

Bislang wurde das reine Streaming von illegal ins Netz gestellten Inhalten (z.B. eines Kinofilms oder eines Fußballspiels) für den Nutzer überwiegend als unbedenklich eingestuft. Begründet wurde dies damit, dass beim Streaming lediglich eine Zwischenspeicherung im Arbeitsspeicher bzw. Browser-Cache erfolgt, welche urheberrechtlich privilegiert und damit zulässig sei.

Dem hat der EuGH am 26.04.2017 nun eine Absage erteilt. Wer Kinofilme, Serien oder Live-Spiele illegal streamt, lebt daher in Zukunft gefährlicher.

Begründung: Das Streaming von urheberrechtswidrigen Inhalten soll eben keine privilegierte Zwischenspeicherung im der Urheberrechtsrichtlinie darstellen.

Der einzelne Nutzer kann sich dann lediglich noch mit dem Argument aus der Haftung befreien, dass er weder wusste noch hätte wissen müssen, dass es sich bei dem Stream um ein illegales Angebot handelte.

 

Droht jetzt eine neue Abmahnwelle?

Im Gegensatz zu den Filesharing-Fällen, ist der finanzielle Anreiz für den Abmahner (Plattenfirma, Filmstudio etc.) in Streaming-Fällen überschaubar. Die Begründung dafür ist, dass der Abmahner beim Filesharing einen sehr viel höheren Lizenzschaden geltend machen kann, als beim Streaming. Wird illegal gestreamt, beträgt der Lizenzschaden grundsätzlich nur den Betrag, der für das legale Anschauen des Films oder des Fußballspiels hätte aufgewendet werden müssen. Vor diesem Hintergrund erscheint eine neue Abmahnwelle als eher unwahrscheinlich.  

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