Bezahlarten in der Übersicht



Im Internet kann man auf viele unterschiedliche Arten bezahlen. Dabei sollten sich Verbraucher im Klaren sein, dass es sichere und weniger sichere Zahlmethoden gibt.

Orientieren können sich Verbraucher am Grundsatz: „Erst die Ware, dann das Geld“.

 

 

Stand der Informationen : August 2019

 

Per Rechnung kauft man vielleicht nicht am bequemsten ein. Diese Zahlmethode ist allerdings die sicherste. Wenn die Möglichkeit der Rechnung von einem Onlinehändler nicht angeboten wird, sind Lastschrift und Kreditkarte ebenfalls sehr sichere Methoden, um zu bezahlen. Vorausgesetzt es besteht eine sichere Internetverbindung. Das bedeutet: Eine Verbindung, die vor Viren und Ähnlichem geschützt ist. Am heimischen PC ist das in der Regel der Fall. Ein weiteres Indiz auf eine sichere Verbindung ist das kleine grüne Schlosssymbol vor der URL oben in der Adresszeile.

 

Kauf auf Rechnung

Der Kauf auf Rechnung ist für Verbraucher die mit Abstand sicherste Bezahlweise im Internet. Der Kunde kann darauf warten, dass die Ware ankommt und in Ruhe prüfen. Bezahlt wird am Ende nur das, was auch wirklich vom Kunden behalten wird. Ein großer Vorteil dabei ist, dass der Verbraucher dem Händler seine Bankdaten nicht preisgeben muss. Der Nachteil: Kunden müssen sich selbst um die Überweisung kümmern und dabei die Zahlungsfrist nicht verpassen.

ACHTUNG: Überweisungen lassen sich in der Regel nicht einfach rückgängig machen. Sofern man eine falsche IBAN-Nummer eingibt, die nicht existiert, ist es möglich, dass die Überweisung gar nicht ausgeführt wird. Man erhält eine Fehlermeldung und die Überweisung wird nicht freigegeben.

Befindet sich in der eingegebenen Überweisung ein versehentlicher Zahlendreher und die IBAN-Nummer ist trotzdem gültig, ist schnelles Handeln gefragt. Der Fehler muss umgehend der Bank gemeldet werden. Wurde das Geld noch nicht von Ihrem Konto abgebucht und dem Empfängerkonto noch nicht gutgeschrieben, kann die Bank die Überweisung stoppen. Wenn das Geld aber bereits einem anderen Konto gutgeschrieben wurde, ist es zu spät. Die Bank hat keinen Zugriff mehr auf den Betrag.

 

Für den Händler ist das Bezahlen per Rechnung allerdings ein erhebliches Risiko. Er liefert die Ware bevor er das Geld hat und muss sich um die Versendung von Mahnungen und ggf. Beauftragung eines Inkassounternehmens kümmern, wenn der Kunde nicht zahlt.

 

SEPA-Lastschriftverfahren

Beim Kauf von Waren im Internet ist es eher unüblich, dass der Käufer dem Händler eine Erlaubnis erteilt, das Geld von seinem Konto abzubuchen.

Bei Versicherungen, Strom-, Gas-, und Telefonverträgen und ist die Zahlung per SEPA-Lastschriftverfahren dagegen üblich. Diese Form der Zahlung ist für Kunden und Händler bequem und kostengünstig. Ein großer Vorteil für Verbraucher besteht darin, dass SEPA-Lastschriften bis zu 8 Wochen zurückgebucht werden können. Das bedeutet ein geringes finanzielles Risiko für den Verbraucher, da er somit weniger befürchten muss, dass er keine Gegenleistung für sein Geld bekommt.

Tipp: "Sollten Sie als Verbraucher in die Verlegenheit kommen, dass Ihnen Geld abgebucht wurde und sie aber keine Gegenleistung erhalten haben, kontaktieren Sie schnellstmöglich Ihre Bank!“

 

Kreditkarte

Die Zahlung mit Kreditkarte ist schnell und einfach, da lediglich die Kreditkartendaten eingetippt werden müssen. Da die Ware sofort bezahlt wird, entfällt die Wartezeit auf den Geldeingang, die Bestellung wird vom Händler sofort abgewickelt.

Für den Verbraucher besteht auch hier ein geringes finanzielles Risiko, da er Abbuchungen, die er nicht genehmigt hat, widersprechen kann.

Bei Kreditkartenbetrug oder Fehlbuchungen kann dem Verbraucher in der Regel der abgebuchte Betrag zurückerstattet werden, da die Möglichkeit der Rückbuchung, sogenanntes „Chargeback“, besteht.

Seit dem 13. Januar 2018 dürfen Händler übrigens keine kostendeckenden Aufschläge mehr für die Nutzung von VISA und Mastercard erheben.

Achtung: Bei der Eingabe der sensiblen Kreditkartendaten sollte darauf geachtet werden, das die Eingabe nur auf einer sicheren Internetseite erfolgt. Sichere Internetseiten erkennen Sie an dem Kürzel https:// und an dem Vorhängeschloss-Symbol in der Browserzeile.

„Hierzu erfahren Sie mehr im Artikel „Tipps für sicheres Bezahlen im Internet“.

 

Zahlungsdienstleister (z.B. Paypal, Klarna, …)

Wer im Internet bezahlt, hat es oftmals nicht nur mit der eigenen Bank zu tun, sondern auch mit Drittanbietern. Diese bieten Bezahloptionen an, die ein Online-Händler auf seiner Internetseite einbauen kann.

Manche Händler bieten sogar nur diese eine Option an. Über einen Link gelangen Sie dabei von der Seite des Verkäufers direkt auf die Seite des Anbieters.

Hier müssen Sie sich mit Ihren Log-in Daten identifizieren und können dann die Zahlung in Auftrag geben. Abgewickelt werden diese Dienste entweder durch eine direkte Zahlung oder über ein vorher eingezahltes Guthaben.

Bei PayPal können Kunden 180 Tage den sogenannten Käuferschutz nutzen, wenn beim Kauf etwas schief gehen sollte.

 

Nachnahme

Bei der Zahlung per Nachnahme wird die Ware sofort verschickt und der Kunde bezahlt die Ware erst bei Lieferung direkt beim Paketboten.

Der Nachteil ist, dass meist hohe Nachnahmegebühren für das Paket fällig werden und der Kunde bei der Lieferung anwesend sein muss, um zu bezahlen. Außerdem kann der Verbraucher die Ware erst überprüfen, wenn er bereits bezahlt hat. Dadurch kann es zu Problemen bei der Reklamation kommen. Es ist streitig, ob bei einem Widerruf der Ware auch die Nachnahmegebühren erstattet werden müssen.

 

Vorkasse

Bei der Vorkasse bezahlt der Verbraucher die Bestellung, bevor der Händler sie verschickt. Dieser liefert erst dann, wenn das Geld auf seinem Konto eingegangen ist. Für den Verbraucher ist diese Bezahlmethode riskant. Denn im Gegensatz zur Lastschrift lässt sich überwiesenes Geld nicht ohne Weiteres zurückbuchen.

Wer seine Ware per Vorkasse bezahlt, macht es Betrügern sehr leicht. Daher sollte man nur in Notfällen und nur bei kleinen Beträgen oder wenn der Anbieter absolut vertrauenswürdig ist, z.B. weil es sich um ein großes bekanntes Unternehmen handelt, per Vorkasse bezahlen.

 

Bargeldtransfer (Western Union & Co.)

Bargeldtransfer ist eine Serviceleistung, die von verschiedenen Dienstleistern, z.B. Western Union angeboten wird. Geldbeträge können damit weltweit versendet und empfangen werden, ohne dass dazu von den Beteiligten ein Bankkonto benötigt wird.

Der Absender zahlt einen Betrag in einer Filiale des Anbieters ein und der Empfänger kann den eingezahlten Betrag in einer Filiale in seiner Nähe abholen.

Üblicherweise müssen Absender und Empfänger einen Ausweis bei Einzahlung und Abholung vorlegen.

Für solche Bargeldtransfers fallen in der Regel hohe Gebühren an.

Achtung: Man sollte niemals einen Bargeldtransfer an eine Person durchführen, die man nicht persönlich kennt. Da es einem Zahlungsempfänger möglich ist, seine Identität zu verschleiern, nutzen oftmals Betrüger den Bargeldtransfer aus, um an Geld zu kommen. Wenn der Verkäufer auf den Bargeldtransfer drängt und keine andere Zahlungsweise anbietet, sollten man als Käufer misstrauisch werden



Bild©: Esther Stosch / pixelio.de

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