Spezielle Zahlungsarten

Stand der Informationen: Oktober 2016


Wird ein Geschäft über das Internet abgeschlossen, so wirft die Frage der Zahlung oft einige spezielle Probleme auf. Einerseits soll der Vertrag möglichst ebenso schnell und einfach abgewickelt werden wie der Einkauf in einem Ladengeschäft, andererseits müssen sich gerade bei den Bezahlvorgängen beide Vertragspartner auf eine sichere Durchführung der Zahlung verlassen können. Bei der Zahlung per Vorkasse muss die Banklaufzeit der Überweisung abgewartet werden, ehe die Ware von dem Händler versendet werden kann. Insbesondere zur Verkürzung der Lieferzeit haben sich verschiedene E-Payment Systeme etabliert.

Gut zu wissen: 312 a BGB. Mindestens ein kostenfreies Zahlungsmittel muss zur Verfügung gestellt werden.

Grundsätzlich ist zwischen drei unterschiedlichen E-Payment Verfahren zu unterscheiden:

  • Nutzerkontounabhängige Verfahren (z.B. Paysafecard, Cash-Ticket, Ukash, GeldKarte, …): Hier ist keine vorherige Registrierung des Nutzers beim Anbieter des Zahlungsverfahrens notwendig.
  • Nutzerkontoabhängige Verfahren (z.B. PayPal, mpass, kontogebundene GeldKarte, ClickandBuy …): Zur Nutzung dieser Zahlungsverfahren muss sich der Nutzer zuvor bei dem jeweiligen Anbieter registrieren.
  • Direktüberweisungsverfahren (z.B. giropay, sofortüberweisung, …):
    Hierbei wird über das Online-banking-fähige Konto des Kunden eine Online-Überweisung an den Händler durchgeführt.

Gut zu wissen: Nach einem Urteil des Landgericht Frankfurt dürfen Online-Shops gratis nicht ausschließlich das Bezahlverfahren „Sofortüberweisung“ anbieten (LG Frankfurt, AZ.: 2-06 O 458/14).Grund hierfür ist, dass sich Verbraucher genötigt sehen könnten, das Bezahlsystem zu nutzen, wenn keine andere kostenfreie Zahlart angeboten wird. Dies ist bedenklich und unzumutbar, da der Verbraucher bei der Nutzung von „Sofortüberweisung“ sensible Daten von sich preisgibt, unter anderem seine Zugangsdaten zum Online-Banking.