Eine Domain – was ist das eigentlich genau?

Stand der Informationen: Oktober 2016


Auch in der nicht-elektronischen Welt kommen Sie ohne Adresse meist nicht weit – durch das Einwerfen eines nicht adressierten Umschlags oder das simple Abheben des Telefonhörers erreichen Sie noch niemanden. So auch im Internet.

Domain oder IP-Adresse?

Das Internet als weltweites Netzwerk miteinander verbundener Computer ordnet jedem vernetzten Computer eine einmalige, im gesamten Internet gültige elektronische Adresse zu: die IP-Adresse.

Die Internet-Protocol-Address ermöglicht es, jeden Computer zu kontaktieren und wiederzuerkennen. Sie besteht technisch gesehen in der Regel aus einem sogenannten 32-Bit Binär-Code. Dieser Code besteht aus vier (jeweils durch einen Punkt getrennten) Zahlen zwischen 1 und 255, also z.B. 134.195.50.130.

Da eine solche abstrakte Zahlenfolge  für die meisten Menschen nicht leicht zu merken ist wurde das Domain Name System (DNS) eingeführt. Das DNS erlaubt eine exakte Zuordnung einer IP-Adresse zu einer Domain, in der Buchstaben und Wörter verwendet werden. Es wurde bereits 1983 von Dr. Paul Mockapetris als vollkommen neuartiges Namenskonzept vorgestellt.

Diese Buchstabenfolge ist das, was wir als klassische und weitaus leichter zu merkende Internetadresse kennen, z.B. www.ecommerce-verbindungsstelle.de.

Diese Buchstabenfolge besteht wie im Beispiel aus drei oder mehreren Teilen, die jeweils durch Punkt getrennt sind: Der Hostname, (u.U. eine Subdomain, bzw. Third (etc.)-Level-Domain), die Second-Level-Domain und die Top-Level-Domain.

Zur Verdeutlichung folgendes Schaubild:

www.ecommerce-verbindungstelle.de

  • www: Hostname
  • ecommerce-verbindungsstelle: second-level-domain
  • de: top-level-domain
Schaubild über Domain


Technisch gesehen wird eine Internetadresse von hinten nach vorne gelesen, weshalb die Top-Level-Domain, wie der Name verrät, hierarchisch oben steht, obwohl sie als letzter Bestandteil in Erscheinung tritt. Im Folgenden möchten wir Ihnen die einzelnen Bestandteile einer Domain in dieser Reihenfolge näher erläutern.

Die Top-Level-Domain

Die Top-Level-Domain wird entweder geographisch, d.h. nach Landeszugehörigkeit (z.B. „.de“ für Deutschland, „.fr“ für Frankreich, „.be“ für Belgien) oder generisch nach der Funktion der Internetseite (z.B. „.com“ für commercial, „.int“ für internationale Organisationen, „.org“ für nichtkommerzielle Organisationen) ausgewählt.

Seit Herbst 2005 gibt es mit „.eu“ zudem für jedermann, der in der Europäischen Union ansässig ist, eine entsprechende Top-Level-Domain. Sofern der Anbieter einer Internetseite die Voraussetzungen für mehrere Top-Level-Domains erfüllt, kann er zwischen diesen wählen.

Die Second-Level-Domain

Die Second-Level-Domain ist das, was Ihre Internetseite unverwechselbar macht. Deshalb ist sie auch das, was umgangssprachlich unter „Domain“ schlechthin verstanden wird: Im oben genannten Beispiel also „ecommerce-verbindungsstelle“.

Es ist der Teil, der unmittelbar auf den einzelnen Rechner hinweist, und der grundsätzlich von dem Anbieter der Internetseite frei gewählt werden kann. Allerdings kann jeder Domain-Name nur ein einziges Mal vergeben werden. Insofern ist die Wahl auf noch nicht vergebene Namen beschränkt.  Daher können genau an dieser Stelle Streitigkeiten entstehen, die hohe Kosten verursachen (Näheres zu dieser wichtigen und von Ihnen besonders zu beachtenden Problemkonstellation finden Sie unter unserem Exkurs "Metatags").

Der Hostname

An hierarchisch letzter Stelle steht der Hostname, der meistens auf ein Netzwerk wie das World Wide Web hindeutet, über das die Domain abgerufen werden kann.

Zuständig für die Verwaltung und Vergabe von IP-Adressen ist seit 1998 die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) mit Sitz in Kalifornien. Die ICANN verfügt über umfangreiche Kompetenzen im Domainbereich: Die Institution verwaltet und vergibt IP-Adressen sowie die Top-Level-Domains (d.h. die Länderkennungen wie „.de“ oder auch die generischen Kennungen wie z.B. „.com“), ferner kontrolliert und verwaltet sie das Root-Server-System, welches bestehend aus 13 Root-Servern die Umsetzung von Domain-Hostnamen in IP-Adressen erledigt. Die Vergabe und Verwaltung von IP-Adressen nimmt ICANN allerdings nicht selbst vor, sondern mit Hilfe der „Numbering Authorities“ AfriNIC (für Afrika), APNIC (für Asien und den Pazifik), ARIN (Nordamerika), LACNIC (Südamerika) und RIPE-NCC (für Europa, den Mittleren Osten und Teile Asiens).

Für die Vergabe und Verwaltung der Top-Level-Domains hat die ICANN so genannte Registrare benannt, bei denen die einzelnen Domains angemeldet werden können.


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