So verhalten Verbraucher sich richtig, falls sie in eine Abofalle geraten sind

Erhalten Sie eine Zahlungsaufforderung per E-Mail und wurde auf der Website die Button-Lösung nicht eingehalten, können Sie mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass keine Forderung besteht. Oft liegt bereits kein wirksamer Vertragsschluss vor und es besteht keine Zahlungsverpflichtung. Ist ein Preishinweis an versteckter oder unerwarteter Stelle oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen versteckt, so kann dieser unwirksam sein, wenn naheliegend ist, dass der Preishinweis dem Verbraucher bewusst vorenthalten wurde (AG München am 16.01.2007, AZ: 161 C 23695/06).

Stand der Informationen : Juli 2019

In einem postalischen Schreiben an das Unternehmen sollten Sie ausdrücklich klarstellen, dass nach Ihrer Auffassung überhaupt kein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist, da die Button-Lösung nicht eingehalten wurde. Bestreiten Sie den Abschluss des Vertrages und erklären Sie daneben die Anfechtung, den Widerruf und ggf. die Kündigung, sofern die Voraussetzungen hierfür vorliegen.

Antworten Sie nicht auf E-Mails, denn weitere Korrespondenz per E-Mail kann auch Schadsoftware mit sich bringen. Sie sollten daher keine Anhänge öffnen oder Links folgen.

Sammeln Sie alle Dokumente! Senden Sie alle wichtigen Briefe per Einschreiben mit Rückschein und bewahren Sie den Einlieferungsbeleg der Post sowie eine Kopie des Schreibens auf. Ein Einwurfeinschreiben ist nicht ausreichend. Auch bei einem Einschreiben mit Rückschein ist zu raten, einen Zeugen benennen zu können, der weiß, was im Umschlag war. Fertigen Sie auch einen Screenshot der Seite des Anbieters. Halten Sie für sich selbst auch schriftlich fest, warum Sie sich irrten, welche Merkmale der Seite oder sonstige Gründe dazu führten, dass Sie den Hinweis zur Kostenpflichtigkeit nicht wahrnehmen konnten.

Achten Sie insbesondere darauf, ob Sie einen Mahnbescheid oder eine Klageschrift erhalten. In diesem Falle sollten Sie ggf. anwaltlichen Rat suchen.

Es gelten trotz weitgehender Harmonisierung in Europa unterschiedliche Fristen und zum Teil erlischt das Widerrufsrecht, wenn hierüber eine schriftliche Vereinbarung getroffen wurde.

Übrigens: Selbst durch eine Rechtswahl, z.B. in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, kann Ihnen der von Ihrem nationalen Recht vorgesehen Verbraucherschutz nicht einfach genommen werden.

Für die Beurteilung, ob in Ihrem Einzelfall überhaupt ein wirksamer Vertrag vorliegt oder eine Anfechtung Aussicht auf Erfolg hat, sollten Sie sich im Zweifelsfall juristischen Rat einholen.

Hilfe finden Sie bei rein deutschen Sachverhalten, d.h. wenn Sie und der Händler in Deutschland sitzen, bei den Verbraucherzentralen.

Sofern Sie aus einem anderen europäischen Land stammen und sich von dort aus bei einer Online-Abo-Falle angemeldet haben, erkundigen Sie sich bei Ihrem Europäischen Verbraucherzentrum nach Ihren Rechten.

Hilfe erhalten Sie natürlich auch bei Rechtsanwälten. Denken Sie daran, dass Rechtsanwaltsgebühren für außergerichtliche Beratungen seit dem 01.07.2006 frei vereinbart werden können.

Wenn Sie erreichen möchten, dass anderen Nutzern Probleme mit einem Anbieter erspart bleiben, so können Sie die von Ihnen gesicherten Beweise auch an die Wettbewerbszentrale und den Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität weiterleiten. Beachten Sie jedoch bitte, dass solche Verfahren keinerlei Einfluss auf Ihren konkreten Fall haben, sie können jedoch Derartiges für die Zukunft verhindern.

 

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