Nicht jede in Deutschland ansässige Apotheke darf Arzneimittel versenden. Vielmehr muss der Apotheker über eine zusätzliche Erlaubnis verfügen, die nur unter bestimmten Bedingungen erteilt wird. Der zugelassene Apotheker muss dafür einen Antrag stellen und schriftlich zusichern, dass er im Falle der Erlaubniserteilung folgenden Anforderungen gerecht wird:

  • Der Versandhandel wird aus einer öffentlichen Apotheke neben dem dort üblichen Apothekenbetrieb organisiert.
  • Durch ein Qualitätssicherungssystem wird gewährleistet, dass Medikamente während des Verpackungs- und Versandprozesses nicht zu Schaden kommen.
  • Es muss außerdem gesichert sein, dass Arzneimittelsendungen nur an vom Besteller ausdrücklich benannte Personen ausgehändigt werden.
  • Der Patient wird darauf hingewiesen, dass er bei Komplikationen mit dem zu behandelnden Arzt Kontakt aufnehmen muss.
  • Die Beratung muss durch geschultes pharmazeutisches Personal in deutscher Sprache erfolgen.

Außerdem muss der Apotheker die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Innerhalb von zwei Arbeitstagen nach Eingang der Bestellung sollte das bestellte Arzneimittel versandt werden. Wenn das Arzneimittel so schnell nicht zur Verfügung steht, muss der Besteller hierüber informiert werden. Natürlich kann mit dem Besteller immer eine andere Absprache getroffen werden.
  • Alle bestellten Arzneimittel müssen geliefert werden, wenn sie in Deutschland in den Verkehr gebracht werden dürfen und verfügbar sind.
  • Der Kunde muss über neu bekannt gewordene Risiken von Arzneimitteln informiert werden, daher muss ein geeignetes System zur Kundeninformation und eventuellen Rückmeldungen geschaffen werden.
  • Es muss dem Kunden stets möglich sein, den Stand der Arzneimittelsendung abzurufen. Der Apotheker muss daher ein System zur Sendungsverfolgung einrichten.
  • Der Apotheker muss zudem eine Transportversicherung abschließen und, falls die Ware den Empfänger nicht erreicht, eine kostenlose Zweitzustellung veranlassen.

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) führt bereits seit 2009 ein Versandapothekenregister sowie ein Sicherheitslogo. Seit Juli 2015 führt das DIMDI das Register für ein eingeführtes EU-Logo für Versandapotheken (verbindlich ab 26.10.2015). Das Logo kennzeichnet Online-Händler und -Apotheken, die Medikamente verkaufen dürfen. Nur wer hier gelistet ist und das Logo verwendet, darf im Netz Medikamente für den Gebrauch am Menschen anbieten.

Der Verkauf von gefälschten Medikamenten ist verboten und zudem sehr gefährlich für den Käufer. Im besten Fall enthalten diese Medikamente keine Wirkstoffe, im schlimmsten Fall sogar unzulässige Stoffe, die die Gesundheit ernsthaft schädigen können.