Frist zur Ausübung des Widerrufsrechts

Die Widerrufsfrist beträgt EU-weit mindestens 14 Tage. Die Frist kann durch Vereinbarung verlängert aber nicht verkürzt werden. Bei einer fehlerhaften Belehrung über das Widerrufsrecht, verlängert sich diese Frist auf ein Jahr und 14 Tage.

Die Widerrufsfrist beginnt bei einer Warenbestellung nie vor dem Eingang der Ware beim Kunden und auch dann nur, wenn der Verbraucher rechtzeitig und richtig hierüber belehrt wurde und die oben genannten Informationspflichten eingehalten wurden.

Bei wiederkehrenden Leistungen ist zwischen gleichartigen und ungleichartigen Waren zu unterscheiden. Handelt es sich um gleichartige Leistungen (z.B. die monatliche Lieferung von Wegwerfkontaktlinsen), ist die erste Teillieferung für den Beginn der Widerrufsfrist maßgeblich. Das ist auch logisch, denn Sinn des Widerrufsrechts im Fernabsatz ist ja, die Brauchbarkeit der Ware wie im Laden prüfen zu können. Das kann bei der ersten Teillieferung geschehen. Bei allen weiteren Teillieferungen besteht kein Widerrufsrecht mehr.

Treten danach dennoch Mängel auf, so hilft das Gewährleistungsrecht weiter.

Werden bei einer einheitlichen Bestellung mehrere Artikel geordert und liefert der Händler die Artikel in mehreren getrennten Paketen, so beginnt die Widerrufsfrist erst mit Erhalt des allerletzten Paketes zu laufen.

Der Widerruf wird rechtzeitig ausgeübt, wenn er vor Ende der Widerrufsfrist abgesendet wird und die Erklärung dem Händler so zugestellt worden ist, dass der Verkäufer unter normalen Umständen davon Kenntnis erlangen konnte; z.B. Abrufbarkeit des E-Mailkontos, Einwurf in den Briefkasten.