Was sind E-Commerce und M-Commerce?

Unter den Begriff des E-Commerce (übersetzt: Elektronischer Geschäftsverkehr) fallen alle Arten von Geschäften, die auf elektronischem Wege abgewickelt werden können. Dies umfasst die verschiedensten unternehmerischen Tätigkeiten, wie z.B. die Geschäftsanbahnung und -abwicklung, Werbung, Online-Banking aber auch den Kundenservice.

Für immer mehr Menschen sind Smartphones und Tablets ständige Begleiter im Alltag – zunehmend auch zum Einkaufen. Worauf Händler und Verbraucher beim M-Commerce achten müssen, erfahren Sie in unserer neuen Broschüre - ebenso wie viele weitere Informationen zu Besonderheiten beim Online-Shopping.

M-Commerce Broschure

→ Unsere Broschüre zum M-Commerce als pdf

Elektronischer Geschäftsverkehr findet statt zwischen

  • Anbietern und Verbrauchern (Business to Consumer - B2C)
  • Unternehmen (Business to Business - B2B)
  • Verbrauchern und öffentlichen Einrichtungen (Consumer to Administration - C2A)
  • Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen (Business to Administration - B2A).

Schwerpunkt des heutigen E-Commerce sind die B2C- und B2B–Geschäfte. Hier gewinnt der Online-Handel mit Produkten und Dienstleistungen ständig an Bedeutung.

Vorteile des E-Commerce

Der Vertragsabschluss per Mausklick bietet viele Vorteile: An- und Verkauf sind über große Distanzen hinweg und praktisch ohne zeitliche Verzögerung möglich. Auch die Zahlung kann unmittelbar über das Internet erfolgen.

Schwierigkeiten im E-Commerce

Aufgrund der Besonderheiten des Internets ergeben sich spezielle Fragestellungen, die im stationären Handel nicht auftauchen:

Bereits bei Vertragsschluss stellt sich die Frage, welches nationale Recht auf den Vertrag anwendbar ist, und inwieweit nationale, verbraucherschützende Gesetze Anwendung finden. Darüber hinaus können auch bei Internetgeschäften Mängel an den gekauften Gegenständen auftreten oder die vertragliche Leistung nicht oder nicht rechtzeitig erbracht werden.
Da der Nutzer nicht oder nur eingeschränkt überprüfen kann, wer hinter einem Angebot auf einer Website steht, ist er darauf angewiesen, verlässliche Angaben über die Identität des Anbieters zu erhalten. Dies gilt insbesondere dann, wenn bei Rechtsstreitigkeiten eine gütliche Einigung nicht möglich ist, da zur Einleitung gerichtlicher Schritte eine ladungsfähige Adresse notwendig ist.

Der elektronische Handel findet in verschiedenen Geschäftsformen (Online-Auktionen, Powershopping, Internet-Marktplätze) statt. Mit der Umsetzung der Europäischen Richtlinie zum elektronischen Geschäftsverkehr in das deutsche Recht wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen, um einen effektiveren Schutz der Verbraucher, aber auch mehr Rechtssicherheit und eine Vereinfachung für die Anbieter elektronischer Dienste sowie den Abbau rechtlicher Hindernisse im grenzüberschreitenden E-Commerce zu erreichen.



Hintergrundwissen: Die europäische Richtlinie zum elektronischen Geschäftsverkehr

Nachdem zu Beginn des europäischen Einigungsprozesses in jedem Land der EU unterschiedliche rechtliche Bedingungen für den elektronischen Geschäftsverkehr galten, wurde durch die EG-Richtlinie 2000/31/EG zum elektronischen Geschäftsverkehr ein gemeinsamer Rechtsrahmen für den Handel im Internet geschaffen.
Die Richtlinie trat am 17.07.2000 in Kraft und war von den Mitgliedstaaten bis zum 17.01.2002 umzusetzen. Inhaltlich trifft sie Regelungen für den Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen, aber auch für den Handel zwischen Unternehmern und Verbrauchern.

Die wesentlichen Ziele der Richtlinie bestehen darin,

  • den freien Verkehr von Diensten der Informationsgesellschaft zwischen den Mitgliedstaaten zu fördern und zu sichern,
  • die Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr anzupassen,
  • einen effektiven Schutz der Verbraucher im elektronischen Geschäftsverkehr zu schaffen mit dem Ziel, die Akzeptanz des elektronischen Geschäftsverkehrs zu stärken und mehr Markttransparenz zu schaffen,
  • mehr Rechtssicherheit und eine bessere Übersicht über die rechtlichen Bedingungen für die Anbieter elektronischer Dienste zu erreichen und dadurch rechtliche Hindernisse im grenzüberschreitenden „eCommerce“ abzubauen.

Darüber hinaus enthält die Richtlinie Regelungen, die im Streitfall eine außergerichtliche Streitbeilegung auf elektronischem Wege fördern sollen.

Die Umsetzung der Richtlinie in Deutschland:

In Deutschland wurden die Bestimmungen der Richtlinie rechtzeitig in nationales Recht umgesetzt. Zum einen wurden durch das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz neue Vorschriften in das BGB aufgenommen (vgl. 312eBGB), zum anderen ergaben sich durch das Gesetz über die rechtlichen Rahmenbedingungen für den elektronischen Geschäftsverkehr (EGG) zahlreiche Änderungen für das Teledienstegesetz (TDG – außer Kraft seit 2007) und das Teledienstedatenschutzgesetz (TDDSG – außer Kraft seit 2007). Weitere Änderungen finden sich auch im Mediendienstestaatsvertrag (MDStV – außer Kraft seit 2007).

Inzwischen hat das Telemediengesetz (TMG) diese Regelungen weitestgehend zusammengefasst, der Rundfunkstaatsvertrag in seiner neunten Fassung ergänzt das TMG noch um einige Vorschriften für inhaltlich geprägte Angebote.