Kostenfalle In-App-Käufe

Stand der Informationen: September 2018


In-App-Käufe

In-App-Käufen handelt sind Käufe, die innerhalb einer App vorgenommen werden. Eigentlich kostenlose Apps können so sehr schnell zu einem teuren Vergnügen werden. Vor allem in Spiele- Apps sind diese Kostenfallen oft eingebaut.

Auf diese Weise werden beispielsweise Premiumfunktionen oder Verbesserungen freigeschaltet. Bei einigen Apps können innerhalb der App sogar Abonnements abgeschlossen werden. Die Kaufabwicklung erfolgt über den jeweiligen App-Store.

Die Beträge der In-App-Käufe erscheinen auf den ersten Blick sehr niedrig. Das verleitet jedoch dazu, öfters Extras zu kaufen. Zwar muss jeder In-App-Kauf einzeln bestätigt werden, dennoch wird die Rechnung schnell unübersichtlich.

Ein zusätzliches Problem besteht darin, dass sich auch hinter simplen Werbeeinblendungen In-App-Käufe oder Abo-Fallen verbergen können. Vielfach wird durch das einfache Wegklicken oder das unbeabsichtigte Tippen auf ein Werbebanner eine Zahlungspflicht ausgelöst.

Die Zahlungen für In-App-Käufe oder –Abonnements werden von den Mobilfunkanbietern im Auftrag der Drittanbieter über die normale monatliche Mobilfunkrechnung oder den im App-Store oder in der App hinterlegten Zahlungsweg eingezogen. Erst über diese Rechnungen erfahren viele Verbraucher von dem vermeintlichen Vertragsabschluss.

 

Was kann man dagegen tun?

Zunächst sollte geprüft werden, ob es auf der Benutzeroberfläche des Kontos eine Erstattungsmöglichkeit gibt. Das Problem der In-App-Käufe ist, dass jede Bestellung einzeln reklamiert werden und der Grund der Reklamation angeben werden muss. Dies ist sehr aufwendig. Es muss innerhalb von 48 Stunden reklamiert werden, sonst hat man wenig Chancen sein Geld zurückzubekommen. Dort liegt das nächste Problem. Meistens bekommt man davon erst mit, wenn die nächste Kreditkartenabrechnung bzw. Mobilfunkrechnung da ist. Dann ist die Frist meist schon abgelaufen.

Kontrollieren Sie regelmäßig und genau Ihre Rechnungen. Haben Sie ungewollte Abonnements oder In-App-Käufe getätigt, dann erkennen Sie dies. Legen Sie beim Mobilfunkanbieter gegen die entsprechenden Rechnungsposten Widerspruch ein. Damit Sie Ihr Geld zurückbekommen, veranlassen Sie eine sogenannte Rücklastschrift des gesamten Betrages. Anschließend überweisen Sie die normalen Gebühren bzw. den unstreitigen Rechnungsbetrag an den Anbieter. Es bietet sich an in dem schriftlichen Widerspruch gegen die Rechnungsposten darauf hinzuweisen, dass eine Überweisung des unstreitigen Betrages erfolgt ist.  

Weiterhin besteht die Möglichkeit sich an eine Verbraucherzentrale zu wenden und zu versuchen über eine Rechtsvertretung gegen diese Käufe vorzugehen.

Beachte: Wurden die Käufe durch minderjährige Kinder vorgenommen ist die Rechtslage einfach. Minderjährige können grundsätzlich ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters, in der Regel der Eltern, keine wirksamen Verträge abschließen. Wenn die Kinder dies trotzdem tun sind die Verträge schwebend unwirksam. Verweigern die Eltern die Zustimmung, dann gibt es keine Verträge. Man kann daher das Geld zurückfordern.

 

Wie kann ich mich davor schützen?

Als Verbraucher können Sie die Abrechnung solcher Dienste über die Mobilfunkrechnung mit einer sogenannten Drittanbietersperre unterbinden. Diese ist nicht voreingestellt, kann aber bei Vertragsabschluss und auch danach noch beim Mobilfunkanbieter beantragt werden.

Die sogenannte Drittanbietersperre lässt sich entweder per E-Mail, im Online-Kundenbereich oder in den Kunden-Apps der Mobilfunkanbieter aktivieren.

Sie verhindert, dass eine Abrechnung von Zusatzdiensten über die monatliche Mobilfunkabrechnung erfolgt. Einige Mobilfunkanbieter ermöglichen es sogar, dass nur bestimmte Angebote gesperrt werden.