Nachzahlung von Zollgebühren und Steuern

Stand der Informationen: November 2016


Sie haben Waren über das Internet gekauft und erhalten nun die Nachricht, dass diese Waren beim Zoll liegen und erst gegen Entrichtung  von Zollgebühren und Steuern freigegeben werden können.

Dies geschieht oft dann, wenn vermeintlich europäische Shoppingseiten sich als Unternehmen mit Sitz im EU-Ausland entpuppen. Meist sind die verkauften Waren zusätzlich auch noch gefälscht.

In der Tat fallen dann ab einem Warenwert (exkl. Versandkosten) von 22 Euro Einfuhrabgaben an. Diese sind wie folgt gestaffelt:

  • Ab 22 € aber unter 150 € Warenwert: Mehrwertsteuer auf den Warenwert inkl. Versandkosten, jedoch keine Zölle.
  • Warenwert über 150 €: Mehrwertsteuer auf den Warenwert + ggf. prozentualer Zollsatz auf den Kaufpreis (exkl. Versandkosten). Ob ein Zollsatzanfällt, hängt von der Art der Ware ab, einige Produkte sind auch gänzlich zollfrei. Unter zolltarifnummern.de und auf dieser Webseite der Europäischen Kommission können die aktuellen Zollsätze und Handelsbeschränkungen eingesehen werden.
  • Bei der Einfuhr von Mineralölerzeugnissen, Alkohol und alkoholhaltigen Getränken sowie Tabakwaren gilt zusätzlich eine besondere Verbrauchssteuer.

 

Unser Rat:

  • Zahlen Sie keine Steuern und Gebühren, die Ihnen bei der Bestellung nicht als Teil des Endpreises angezeigt wurden.
  • Stornieren Sie in einem solchen Fall die Bestellung und verlangen Sie die Erstattung des Kaufpreises.
  • Sollte es sich tatsächlich um Produktfälschungen handeln, wird der Zoll die Ware konfiszieren und zerstören. Ihnen steht in einem solchen Fall kein Schadenersatz zu. Sie sollten also stets misstrauisch werden, wenn Ihnen online Produkte zu traumhaft niedrigen Preisen angeboten werden.


Achtung Betrugsmasche 

Es werden Pishing-Mails versendet, die angeblich von den deutschen Zollbehörden stammen. Angeblich liegt ein Paket für den Empfänger der Nachricht beim Zoll. Damit es ihm zugestellt werden kann, muss er z.B. seine Kreditkartendaten verifizieren, da angeblich der Vorwurf der Geldwäsche im Raum steht.

Selbstverständlich stammen diese Nachrichten nicht vom Zoll. Klicken Sie niemals die dort angegebenen Links an und löschen Sie die Nachrichten sofort.