Kündigung eines Abonnements

Das Premium-E-Mail-Postfach entspricht nicht Ihren Erwartungen? Sie haben bereits einen passenden Partner gefunden? Wenn Sie ein Abonnement kündigen möchten, sollten Sie folgendes beachten:

Stand der Informationen : Januar 2017

1)      Widerruf: Sie wollen sich schon kurz nach Bestellung von dem Abonnement lösen

Hier steht Ihnen in vielen Fällen das gesetzliche Widerrufsrecht zu. So können Sie sich innerhalb von vierzehn Tage nach der Registrierung von dem Vertrag lösen. Die Frist beginnt in der Regel mit der Anmeldung. Das Widerrufsrecht kann aber auch schon vor Ablauf der Widerrufsfrist erlöschen, wenn der Anbieter seine Dienstleistung vollständig erbracht hat und Sie Ihr Einverständnis damit erklärt haben, dass das Widerrufsrecht in diesem Fall erlöschen soll.

Um zu widerrufen, müssen Sie den Anbieter kontaktieren, am besten schriftlich oder per E-Mail. Fordern Sie eine Lesebestätigung an. Vorschlag: „Hiermit widerrufe ich meine Anmeldung/Registrierung vom… ich bitte um eine schriftliche Bestätigung.“ Löschen Sie diese E-Mail nicht! Im Zweifel müssen Sie beweisen, dass Sie widerrufen haben.

Wenn Sie das Abo vor Ihrem Widerruf schon genutzt haben, müssen Sie dem Anbieter höchstwahrscheinlich den Wert der in Anspruch genommenen Dienstleistungen ersetzen. Um die Berechnung der Wertersatzhöhe wurde in manchen Fällen schon vor Gericht gestritten. Bislang ist immer noch nicht höchstrichterlich geklärt, ob für die Berechnung allein die Nutzungsdauer der Dienstleistungen oder der Nutzungsumfang insgesamt maßgeblich ist (vgl. Urteil des LG Hamburg vom 22.07.2014, Az. 406 HKO 66/14).

 

2)      Kündigung während der Laufzeit des Abonnements

Fristen

Informationen zu den Kündigungsfristen finden Sie in der Regel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters. Nach deutschem Recht darf die Kündigungsfrist drei Monate nicht überschreiten.

Form

Wenn Sie das Abonnement online abgeschlossen haben sollten, reicht für die Kündigung das Versenden einer E-Mail.

Achtung: Diese gesetzliche Regelung gilt für Verträge, die nach dem 01.10.2016 abgeschlossen wurden. Für ältere Verträge fehlt eine eindeutige gesetzliche Vorgabe. Einige Anbieter verlangen in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen auch für Verträge die online geschlossen wurden, eine schriftliche Kündigungserklärung, die handschriftlich unterschrieben und per Post oder FAX versendet werden soll. Der Bundesgerichtshof hat allerdings kürzlich in einem Fall festgestellt, dass eine solche Klausel unwirksam ist (BGH, 14.07.2016, Az III ZR 387/15).

Zur Sicherheit sollten Sie trotzdem die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf Regelungen zur Kündigung prüfen. Möglicherweise muss die Kündigung an eine bestimmte E-Mail Adresse versendet werden.

 

3)      Kündigung durch Löschen des Nutzerprofils bzw. des Kundenkontos?

Oftmals können Nutzerprofile und Kundenkonten kostenlos erstellt werden. Das kostenpflichtige Abonnement entsteht dann erst, wenn Sie sich für eine Premiummitgliedschaft oder einen Premiumaccount registrieren (Link nach oben). Das Löschen eines Nutzerprofils, beispielsweise auf einer Datingplattform führt daher in der Regel nicht zur Beendigung des Abonnements.

Informationen zu den Kündigungsmodalitäten finden Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters.

 

4)      Kündigung durch die Rückbuchung des Geldes auf Ihr Konto?

Wenn Sie den Preis für das Abonnement per Lastschrift gezahlt haben, können Sie der Abbuchung innerhalb von acht Wochen widersprechen und so das Geld auf ihr Konto zurückbuchen lassen. Eine solche Rückbuchung führt jedoch nicht zur Beendigung des Vertrages. Vielmehr riskieren Sie, dass der Anbieter das Geld nunmehr durch ein Inkassobüro oder einen Rechtsanwalt eintreiben wird. Hierdurch entstehen weitere Kosten, die Sie zahlen müssten.

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