Während man unter Gewährleistung die gesetzliche Haftung des Käufers für Sachmangel versteht, ist die Garantie eine freiwillige Zusatzleistung des Verkäufers, des Herstellers oder eines Drittens. Durch das Garantieversprechen übernimmt der Garantiegeber zum Beispiel die Gewähr für eine bestimmte Beschaffenheit der Ware oder eine Mindesthaltbarkeitsdauer.

Unter welchen Voraussetzungen bestehen Ansprüche aus einer Garantie

Die Bedingungen, die Dauer und den Umfang der Garantie kann der Garantiegeber in den Garantiebedingungen festlegen. Wozu sich also der Garantiegeber bei Eintritt eines Garantiefalles verpflichtet, ist vom Einzelfall abhängig.

An wen muss sich der Käufer wenden, wenn er Ansprüche wegen einer Garantie geltend machen möchte?

Der Käufer muss sich an denjenigen wenden, der das Garantieversprechen gegeben hat. Dies kann der Verkäufer, der Hersteller (Herstellergarantie) oder eine Dritte Person sein. 

Gewährleistung oder Garantie?

Der Käufer kann bei einem Mangel selbst wählen, ob er Rechte aus dem Garantieversprechen oder der Gewährleistung geltend machen möchte. Wenn der Käufer also vom Verkäufer die Reparatur fordert und sich auf Ihre Rechte aus der gesetzlichen Gewährleistung beruft, darf der Verkäufer nicht einfach ablehnen und an den Hersteller verweisen, der das Garantieversprechen gegeben hat.

Normalerweise ist der Käufer bei der Geltendmachung von Gewährleistungsrechten besser geschützt, da Ihm beispielsweise weder die Arbeitszeit für den Einbau eines Ersatzteils, noch das Ersatzteil selbst in Rechnung gestellt werden dürfen. Außerdem gilt bei der Gewährleistung innerhalb der ersten sechs Monate die Beweislasterleichterung.

Die Garantie kann für den Käufer dann interessant sein, wenn die zweijährige Verjährungsfrist für die Gewährleistungsansprüche abgelaufen ist, da die Garantie in vielen Fällen über die Zeit der Gewährleistungsansprüche hinaus gilt.

Verspricht der Garantiegeber die Funktionsfähigkeit der Ware für einen festgelegten Zeitraum (Haltbarkeitsgarantie), werden von der Garantie häufig auch Mängel oder Schäden erfasst, die Folge des täglichen Gebrauchs sind. Solche Verschleißmängel werden vom Gewährleistungsanspruch nicht erfasst.